Projektergebnisse

1. Wiedervernässung der Moore in Dornacher Ried, Häckler Ried und Wolpertswender Torfstich

Circa 200 ha Übergangs- und Hochmoore wurden im Rahmen des LIFE-Projektes wiedervernässt. Durch den Einbau von 18 Holzspundwänden in vorhandene Entwässerungsgräben kann Niederschlagswasser nicht mehr oberflächlich aus dem Gebiet abfliessen. Der Moorwasserspiegel steigt an. Der angestrebte Moorwasserstand soll ein oberflächennahes Niveau erreichen und damit um 10-40 cm höher liegen als bisher. Ob dieser Stand erreicht wird, hängt allein von den Niederschlägen ab.

Sichtbar wird die Wiedervernässung an folgendem:

  • Entwässerungsgräben, Moorschlenken und Senken sind länger als bisher wassergefüllt und trocknen seltener aus. In niederschlagsreichen Perioden und zur Schneeschmelze können tieferliegende Bereiche auch überstaut sein. Nur wenige, grabennahe Bereiche sind dauerhaft überstaut.
  • Einige Monate nach Einbau der Spundwände beginnen Bäume abzusterben. Baumarten wie Fichten, Kiefern und Birken, die sich erst nach der Entwässerung in den Mooren ausgebreitet haben, können auf dem nassen Boden nicht überleben. In wenigen Jahren werden die zentralen Moorbereiche wieder baumfrei sein und zusammenhängende offene Moorflächen zu sehen sein. Überleben werden nur die an den nassen Moorboden angepaßten Moorkiefern. 
  • Typische Moorpflanzen, die an den nassen, sauren Boden angepaßt sind, werden sich wieder ausbreiten. Beispiele: Sonnentau, Wollgras, Fieberklee.
Fotos obere Reihe: Entwässerungsgräben und Moorschlenken sind wassergefüllt und trocknen seltener aus als bisher.
Fotos untere Reihe: wiedervernässte Bereiche verändern die Vegetation


2. Naturnahe Umgestaltung von Bächen

Zwei begradigte Wiesenbäche, die den Buchsee und den Schreckensee, bzw. den Vorsee und den Schreckensee miteinander verbinden, haben einen abwechslungsreichen, naturnahen Verlauf bekommen. Ein extensiv genutzter Grünlandstreifen mit Bäumen und Gebüsch dient als Nährstoffpuffer für das Bachwasser und als Verbundkorridor.

Im einzelnen hat sich folgendes geändert:

  • Die Begradigung der Bachläufe ist aufgehoben und die Bäche fließen nun in einem abwechslungsreichen Bachbett.
  • Schnell- und langsamfließende Bereiche wechseln sich ab, so dass Tiere und Pflanzen mit verschiedenen Lebensraumansprüchen gefördert werden.
  • Überflüssige Bebauungen wie Dolen und Befestigungen wurden entfernt.
  • Steile Ufer sind nun abgeflacht.
  • Landwirtschaftliche Flächen entlang der Bäche wurden auf einer Breite von 10-40 Metern beiderseits des Baches extensiviert, so dass die Nährstoffbelastung des Bachwassers abnimmt. Damit gelangen auch weniger Nährstoffe in den Schreckensee, dessen Wasserqualität zunimmt.
  • Bachnahe Gehölze beschatten die Bäche, geben ein interessanteres Landschaftsbild und dienen Tieren, wie z.B. Vögeln als geschützter Korridor zwischen Seen.
Fotos: Der Buchseebach hat heute einen abwechslungsreichen Verlauf, flache Ufer und wurde mit Gehölzen bepflanzt.


3. Neue Laichgewässer für den Moorfrosch

Der seltene Moorfrosch (Rana arvalis) kommt in der Blitzenreuter Seenplatte noch in einer kleinen Population vor. Bisher waren vor allem die Laichgewässer am Rand des Häckler Weihers und Schreckensees nur suboptimal, da Fische und Molche die Jungfrösche fraßen. Um die Population zu erhalten und zu vergrößern, wurden 4 neue Laichgewässer angelegt. Diese sind flach, voll besonnt und fischfrei, was die Überlebenschance des Nachwuchses erhöht. Auch sind mit Streuwiesen, Moorflächen und Hecken geeignete Sommerlebensräume für die ausgewachsenen Frösche in der Nähe.

Fotos: Vier neue Laichgewässer im Häckler Ried sollen die Moorfroschpopulation vergrößern.

4. Besucherkonzept

Durch den Bau eines Holzbohlenweges im vernässten Häckler Ried konnte ein jahrhundertelang als "Kirchweg" genutzter Fußpfad erhalten werden. Der 220 Meter lange Weg erlaubt dem Besucher, das Moor trockenen Fusses zu durchqueren und die faszinierende Natur aus der Nähe zu erleben. Zwei breite Ausweichstellen laden zum Verweilen ein.

Mit Hilfe eines Faltblattes, Exkursionen, Pressearbeit und dieser Internetseite wird die Öffentlichkeit über den Inhalt des LIFE- Projektes, die Blitzenreuter Seenplatte und seine Tier- und Pflanzenwelt informiert. Bis zum Projektende im Juni 2007 wurde ein Moorrundweg ausgewiesen, auf dem attraktiv gestaltete Stationen und Schautafeln zum Naturerlebnis mit allen Sinnen anregen.

Broschüre zum LIFE-Projekt und zum Naturerlebnispfad

Fotos: Der neue Holzbohlenweg bietet reizvolle Einblicke in die Moorlandschaft und Natur auch zum Anfassen. Genaue Informationen gibt es bei Exkursionen.

5. Abschlussbericht

Die Kurzfassung des Abschlussberichtes kann als pdf-Datei heruntergeladen werden

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