Zeitplan und bisheriger Verlauf

Vorbereitungphase

(Juli 2002- Dezember 2003)

Grunderwerb
Um eine Beeinträchtigung privater Flächen durch das Projekt zu verhindern und das Gebiet dauerhaft für Naturschutzzwecke zu sichern, kauft das Land Baden-Württemberg private Grundstücke auf. Insgesamt werden im Wolpertswender Torfstich ca. 32 ha und entlang des Verbindungsbachs zwischen Buchsee und Schreckensee ca. 3 ha erworben.

Holzentnahme
Weite Teile des Wolpertswender Torfstichs sind bewaldet. Die Fichtenforste haben, ökologisch gesehen, einen geringen Wert. Um das Holz nutzen zu können und um im weiteren Projektverlauf allzu große Mengen an anfallendem Totholz zu vermeiden, wird vor Beginn der Anstaumaßnahmen ein Teil der Bäume entfernt.

Holzentnahme im Wolpertswender Torfstich: Vor (links oben) und während der Maßnahme...

Erstellung von Fachgutachten
In einem Pflege- und Entwicklungsplan und einem Gewässerentwicklungsplan wurden der jetzige ökologische und hydrologische Zustand der Blitzenreuter Seenplatte erfaßt, Entwicklungsziele aufgestellt und Maßnahmenvorschläge erarbeitet.

Folgende Untersuchungen wurden dabei durchgeführt:

  • Geländebeschaffenheit (Höhenvermessung des Gebietes; Laserscanner-Befliegung des Dornacher Riedes und Erstellung eines Digitalen Geländemodells (flächenhafte Abbildung der Geländeoberfläche mit hoher Genauigkeit)
  • Hydrologische Gegebenheiten (Regelmäßige Kontrolle der Grundwasser- und Wasserstände anhand von Pegeln; Lage, Tiefe und Funktionsfähigkeit der vorhandenen Entwässerungsgräben; Untersuchung der Wasserqualität (pH, Mineralstoffgehalt); Niederschlagsmenge)
  • Zustand des Moorbodens (Zusammensetzung des Torfs, Ausmaß der Absackung, Zersetzungsgrad (Mineralisierung), Wasserdurchlässigkeit, Nährstoffgehalt)
  • Nutzungsgeschichte und aktuelle Nutzung der Blitzenreuter Seenplatte (Auswertung historischer und aktueller Akten, Literatur)
  • Kartierung vorhandener Tier- und Pflanzenarten

Die Ergebnisse der Gutachten liegen seit Dezember 2003 vor.

o. li.: Meßwehr in einem Entwässerungsgraben zur Bestimmung der Abflußleistung.
o. re.: Ein automatischer Pegel liefert stündlich Daten über den Wasserstand.
u. li.: Vermessungsarbeiten
u. re.: Grundwasserpegel

Umsetzungsphase

(Januar 2004-Dezember 2005)

Detailplanungen
Aufbauend auf die Maßnahmenvorschläge der o. g. Fachgutachten werden die vorgesehenen Stauwehre und Renaturierungsmaßnahmen am Bach Buchsee-Schreckensee im Detail geplant. Dazu gehören genaue Angaben über Lage, Art, Ausmaße und Beschaffenheit von Stauanlagen, die Auswirkungen des Wasseranstaus auf die Umgebung sowie Lage und Ausmaße von Uferabflachungen und Veränderungen des Bachlaufs. Die Detailplanungen werden bis Mai 2004 fertiggestellt.

Genehmigungsverfahren
Fachgutachten und Detailplanungen sind die Grundlage für wasserrechtliche Genehmigungsverfahren. In diesen Verfahren wird geprüft, ob die vorgesehenen Maßnahmen notwendig und durchführbar sind, ihren Zweck erfüllen und negative Auswirkungen auf Dritte ausgeschlossen sind. Die Genehmigungsverfahren werden voraussichtlich bis Herbst 2004 abgeschlossen sein.

Beginn der Baumaßnahmen
Nach Genehmigung der Maßnahmen kann mit der Umsetzung begonnen werden. Die naturnahe Umgestaltung der Bäche Buchsee-Schreckensee und Vorsee-Schreckensee findet voraussichtlich im Herbst 2004 statt. Das Einbringen der Stauwehre ins Dornacher und Häckler Ried ist für Winter 2004/2005 vorgesehen. Zeitgleich werden auch die ersten Abschnitte der geplanten Bohlenwege angelegt.

Monitoringphase

(Januar 2004 - Projektende Juni 2007)

Als Erfolgskontrolle werden die Auswirkungen des Projekts während der gesamten Projektlaufzeit dokumentiert. Grund- und Oberflächenwasserstände werden daher fortlaufend gemessen, vorhandene Pflanzenarten werden auf im Herbst 2002 eingerichteten Dauerbeobachtungsflächen erhoben. Vergleiche der Ergebnisse vor und nach der Projektumsetzung lassen dann Rückschlüsse auf den Erfolg der Maßnahmen zu.

li: Auf Dauerbeobachtungsflächen werden die Auswirkungen des Projekts auf die Vegetation verfolgt.
re.: Seit November 2002 werden regelmäßig die Grundwasserstände kontrolliert.