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Naturschutz im Projektgebiet

Der hohe ökologische Wert der Feuchtgebiete und Wälder der Blitzenreuter Seenplatte führte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu Schutzgebietsausweisungen:

  • 1924 Bannwald Dornacher Ried (46,00 ha)
  • 1937 NSG Dornacher Ried mit Häckler Ried, Häckler Weiher und Buchsee (151,44 ha)
  • 1939 NSG Schreckensee (99,79 ha)
  • 1971 NSG Vorsee-Wegenried (46,40 ha)


Darüber hinaus wurden seit 1989 im Rahmen des "Projektes zur Sanierung oberschwäbischer Seen" - kurz: SOS- besondere Maßnahmen zum Schutz der Seen und Seenzuflüsse vor Nährstoff- und Sedimentanreicherung durchgeführt .

Die Rolle Europas

Seit Bestehen der Europäischen Union gelten für alle Mitgliedsstaaten neben nationalen auch gesamteuropäische Naturschutzziele. Unter dem Namen "Natura 2000" soll europaweit ein zusammenhängendes System ökologisch besonders wertvoller Gebiete entstehen. Zu diesem Zweck verpflichtet die "Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie" (FFH-Richtlinie; 92/43/EWG) die Mitgliedsstaaten dazu, gefährdete Pflanzen (Flora), Tiere (Fauna) und deren Lebensräume (Habitat) zu erhalten und vor Beeinträchtigungen zu bewahren. Die FFH-Richtlinie ist verbindliches Recht für alle Mitgliedsstaaten der EU.

Zur Unterstützung der Mitgliedsstaaten bei der Erreichung dieser Ziele und damit der Erhaltung der biologischen Vielfalt in Europa hat die EU das finanzielle Instrument "Life-Natur" geschaffen. Aus diesem Programm können Projekte von Interesse für den europäischen Naturschutz gefördert werden. Es handelt sich dabei ausschließlich um eine zeitlich begrenzte Anschubfinanzierung in Höhe von maximal 50% - 75% der Gesamtprojektkosten.

Wann ist ein Gebiet für den europäischen Naturschutz wertvoll?

Um Teil des Natura 2000-Schutzgebietssystem zu werden, muß ein Gebiet bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Nur wenn Lebensraumtypen vorhanden sind, die in einem Anhang der FFH-Richtlinie als bedroht und schützenswert ausgewiesen sind, kommt das Gebiet in Frage. Die vorhandene Artenzusammensetzung sollte für die entsprechenden Lebensräume in möglichst hohem Maße typisch sein. Da nur größere Gebiete den darin vorkommenden Pflanzen und Tieren ausreichend Schutz, Rückzugsmöglichkeiten, Nahrung und Fortpflanzungs- bzw. Verbreitungsmöglichkeiten bieten können, ist eine bestimmte Mindestgröße erwünscht. Auch die Entfernung von ähnlichen Lebensräumen in der Umgebung ist von Bedeutung: Nur, wenn die Abstände ausreichend kurz sind, kann auch genetischer Austausch zwischen verschiedenen Gebieten stattfinden.

Die Blitzenreuter Seenplatte erfüllt die Kriterien der FFH-Richtlinie. Sie ist zusammen mit 9 weiteren schützenswerten Gebieten unter dem Namen "Feuchtgebiete um Altshausen" als besonderes FFH-Schutzgebiet ausgewiesen und damit Bestandteil des Netzes Natura 2000. Der Schutz und die ökologische Aufwertung der Blitzenreuter Seenplatte leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt nicht nur vor Ort, sondern auch europaweit und weltweit - ein Ziel, zu dessen Erreichung sich Deutschland und die Europäische Union 1992 in der "Konvention von Rio" verpflichtet haben.

Weitere Informationen über Natura 2000, FFH und Life-Natur finden Sie auf den Homepages des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum, des Bundesamtes für Naturschutz und der EU:

externer Link in neuem Fenster folgtwww.mlr.baden-wuerttemberg.de
externer Link in neuem Fenster folgtwww.bfn.de,
externer Link in neuem Fenster folgtwww.europa.eu.int/comm/environment/life/home.htm

Mehr Information über das Seenprogramm SOS finden Sie auf der website: externer Link in neuem Fenster folgtwww.seenprogramm.de.

 

Aktuelles

Ende Juni 2007: Abschluss des LIFE-Projekts

Am 30.06.07 wurde das LIFE-Projekt abgeschlossen. Alle Maßnahmen konnten bis dahin erfolgreich abgeschlossen bzw. an die zuständigen Behörden zur weiteren Betreuung übergeben werden. Mehr...

Juni 2007: Einweihung des Naturerlebnispfades

Am 23. Juni 2007 wurde der interaktive Naturerlebnispfad von etwa 350 Besuchern eingeweiht. An diesem Wochenende besichtigten insgesamt rund 1000  Personen die aufgebauten Stationen und Informationstafeln. Mehr

Juni 2007: Moorsymposium

Das LIFE-Natur-Projekt veranstaltete am 13. und 14. Juni 2007 einen wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch zum Thema Moorregeneration. Mehr...

Februar 2006: Moore wiedervernässt

Nur 2 Monate dauerten die Bauarbeiten zur Wiedervernässung des Dornacher und Häckler Riedes. Ende Februar 2006 waren alle Holzspundwände eingebaut. Mehr...