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Ein Moor wird wiedervernässt

Um die Moore des Dornacher und Häckler Riedes zu vernässen, wurden im Januar/ Februar 2006 insgesamt 18 Holzspundwände in die im 19. Jahrhundert von Hand angelegten Entwässerungsgräben eingebracht. Die meisten Spundwände sind als Doppelspundwände angelegt, um hohem Wasserdruck standzuhalten und eine lange Lebensdauer zu garantieren. In der Regel sind sie 20-30 Meter breit und 2-4 Meter tief. Einzelne Spundwände sind jedoch 120 Meter breit, andere 6,5 Meter tief. Für den Materialtransport wurde ein moortaugliches Raupenfahrzeug mit breiten Gummiketten benutzt, das nicht in den Moorboden einsinken und dort Schäden an der Oberfläche und der Vegetation anrichten konnte. Das Einbauen der Spundwände übernahm ein Bagger, der sich auf Baggermatratzen fortbewegte.

Die Bauarbeiten dauerten genau 2 Monate. Zwei Baggertrupps arbeiteten gleichzeitig und konnten dadurch das während der gesamten Bauzeit optimale Wetter ausnutzen (trockener Boden, wenig Schnee, strenger Frost).

1. Das Holz

Für den Bau der Spundwände wurde Eichenholz verwendet, das eine sehr lange Lebensdauer hat. Am unteren Ende angespitzt liessen sich die Bretter leicht in den Boden drücken. Alle Bretter waren an den Schmalseiten nach dem Nut- und Feder-Prinzip angesägt. Dadurch passten sie gut aneinander, was eine hohe Dichtigkeit der fertigen Spundwände garantiert

 

 

2. Der Einbau

Fotos: 1. Mit dem Bagger werden die einzelnen Holzbretter in den Boden gedrückt.
2. Baggermatratzen halten die neue Spundwand während des Einbaus gerade.
3. Doppelspundwand
4. Zangenhölzer an beiden Seiten begradigen und stabilisieren die Spundwand.
5. Die eingebrachten Bretter werden auf gleiche Höhe abgesägt.
6. Der Zwischenraum wird zuerst ausgebaggert und dann mit Torf verfüllt.
7. Der Torf zur Verfüllung wird direkt im Moor entnommen, so daß tiefe Tümpel entstehen, die wertvolle Lebensräume für z.B. Libellen sind.

 

 

3. Die fertige Spundwand

Wenn die Spundwand mit Torf verfüllt ist, wird sie vollständig mit Torf und dem ursprünglichen Bodenmaterial abgedeckt. Das schützt die Spundwand vor Beschädigung und Austrocknung und erhöht die Lebensdauer des Holzes. Zum Schluß wird Astmaterial auf die Überdeckung aufgebracht, womit Erosion bei Starkniederschlägen verhindert wird.

Einige Spundwände haben einen Überlauf, der garantiert, daß der Moorwasserstand auch bei extremen Niederschlägen nicht über das angestrebte Niveau ansteigt. Ein längerer Überstau mit Wasser wäre für die Moore und Waldbereiche nicht wünschenswert, da verschiedene Pflanzen Schaden leiden könnten.

Fotos: Eine fertige Spundwand ist mit Torfmoos überdeckt. Überläufe garantieren, dass der maximal angestrebte Wasserstand auch bei extremen Niederschlägen nicht überschritten wird. In der Moorfläche ist die Spundwand nur noch als leichte Erhebung zu sehen und fällt kaum auf.

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